Design Thinking

Design Thinking

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Design Thinking

Design Thinking ist seit vielen Jahren ein feststehender Begriff, wenn es um die Anforderungserhebung und das Erstellen von Lösungsentwürfen geht. Dabei kommt Design Thinking nicht aus der IT, sondern kann für alle Bereiche verwendet werden. Dieser Blog beschäftigt sich nun damit und zeigt die Vorteile dieser Methode und warum sie so beliebt ist.

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass bei Design Thinking der Mensch im Mittelpunkt steht. Während bei vielen anderen Vorgehen vor allem die aktuelle, oder zukünftige Technologie im Vordergrund gerückt wird.

Ausgangssituation

Ein Beispiel. Wir sind der Planungsbeauftragte der Firma Contoso. Wir haben ein Intranet auf SharePoint 2016 laufen. Die Firma hat 6.000 Mitarbeiter und davon nutzen etwa 1.000 mehr oder minder regelmäßig dieses Angebot.

Nun möchten wir das Produkt ablösen. Unsere IT-Abteilung möchte gerne auf SharePoint Online setzen, da wir ohnehin bereits die Microsoft 365 Lizenzen bezahlen. Wir bekommen also den Auftrag dieses Projekt zu planen und durchzuführen.

Im regulären Betrieb würden wir nun das alte Lastenheft für SharePoint 2016 herausholen und mit den aktuellen Funktionen abgleichen. Vielleicht holen wir uns auch einen Berater dafür, der uns die Unterschiede aufzeigt. Das Ziel ist es, möglichst viele Funktionen 1:1 zu übernehmen und die Migration zu planen. Der Nutzer soll sich hinterher genauso wie in der alten Umgebung fühlen.

Ein gültiger, aber veralteter Ansatz. Denn bei diesem Ansatz werden keine Innovationen geschaffen. Vielmehr wird ein Konzept, dass vielleicht schon seit SharePoint 2010 existiert, weitergeführt. Erfahrungsgemäß ist SharePoint Online bei weitem nicht so mächtig, wie es die On-Premise Varianten waren. Entsprechend wird der Projektleiter hier viele Rückschläge haben und das Endergebnis wird ein verstümmeltes Ursprungskonzept sein, dass die Nutzer nicht mehr abholen kann.

Der Ansatz von Design Thinking

Hier kommt nun der Ansatz des Design Thinking zum Tragen. Dabei handelt es sich primär um eine Methodensammlung, die bei Ihrer Anwendung ganz automatisch den richtigen Fokus gibt. Was natürlich nicht bedeutet, dass diese Methoden einfach anzuwenden wären. Denn da es sich hier um ein loses Konzept mit viel Freiheiten handelt, kann es schnell vorkommen, dass man sich in Details verliert. Ein erfahrener Berater, der die Methoden in die richtige Bahn lenkt, ist hier also essenziell.

Soweit, so gut. Aber was ist denn nun das Design Thinking? Dabei geht es grob gesagt darum ein konkretes Problem zu den größeren Themen aufzufächern (Divergenz), um sie anschließend wieder auf konkrete Themen einzugrenzen (Konvergenz). Aber wozu? Gehen wir mal zurück zu unserem Beispiel.

Contoso möchte sein SharePoint System auf eine neue Version heben. Wenn wir nun diesen Fall analysieren, stellen wir fest, dass das eigentliche Ziel ein Kollaborations- und Publishing System ist. Die Frage nach der Technologie ist hier noch gar nicht wichtig. Wir stellen in unserem Beispiel fest, dass die Kollaboration vor allem für Projekte benötigt wird. Das Thema Publishing betrifft die Veröffentlichung von firmenrelevanten Inhalten.

Nachdem wir diese Themen nun aufgefächert haben, stellen wir nun die Frage, welche Inhalte wirklich relevant sind. So haben wir in unserer Auffächerung auch andere Tools entdeckt, die hier im Laufe der Jahre mit in den SharePoint gewandert sind. Beispielsweise ein Zeiterfassungstool, für die es im Dynamics schon eine native Lösung gibt. Und einige Applikationen, die kaum noch verwendet werden.

Damit kommen wir nun wieder zum Zusammenfassen. Wir erstellen ein Zielbild und überlegen, für welche Anwendungsfälle wir überhaupt noch eine Lösung brauchen. Es ist also die Gelegenheit alte Zöpfe abzuschneiden. Unser Zielbild lautet Kollaborationsumgebungen für Projekte und eine Plattform für Unternehmensweite Veröffentlichungen.

Nun haben wir die erste Phase von Design Thinking abgeschlossen. Moment, die Erste? Ja, es gibt 2 Phasen der Divergenz und Konvergenz.

Die Phasen von Divergenz und Konvergenz bilden die Form eines doppelten Diamanten.

Damit kommen wir nun zum zweiten Mal zur Divergenz. Denn jetzt prüfen wir, welche Technologien auf dem Markt existieren, um unsere Aufgabenstellung zu lösen. Die interne Technik hat eine Priorisierung vorgegeben und möchte gerne Microsoft 365 einsetzen. Nun gut. Auch das ist hier möglich. Wir prüfen also nun, welche Tools in der Landschaft vorhanden sind und wie wir die Lösung umsetzen können. In unserem Beispiel bietet sich Microsoft Teams als Kollaborationsplattform an. Die Teamräume bilden exakt das beschriebene Problem ab. Und wir haben den Vorteil, dass wir uns einige Entwicklungsarbeit sparen können.

Das Thema Publishing sollte auf SharePoint Online gelöst werden. Doch in unserem Beispiel stellen die Stakeholder schnell fest, dass es die weniger elegante Lösung ist, da hier ein eigenes Portal notwendig ist, dass unserer Teams-Lösung Konkurrenz machen könnte. Stattdessen wird nun ein Yammer-Kanal mit öffentlichen Ankündigungen erstellt und mit Teams verknüpft.

Die letzte Phase der Konvergenz beschreibt nun, dass dieser Lösungsansatz anhand von ein oder zwei Leuchttürmen exemplarisch umgesetzt wird. Ist dies ein Erfolg, kann die Lösung in einer größeren Gruppe getestet werden. Ist es ein Misserfolg, geht man erneut in die Ideenfindung und überlegt, wie man die Lösung sonst implementieren könnte.

Vielleicht stellt sich an diesem Punkt, mit dem ersten Prototypen in der Hand, aber auch die Erkenntnis ein, dass nicht das Problem identifiziert wurde, dass die meisten Leute in der Firma beschäftigt. In diesem Fall können wir natürlich auch an einen früheren Punkt der Kette zurückspringen. Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass man anhand den Prototypen mit minimalen Mitteln bereits erste Ergebnisse abgleichen kann.

Fazit und Ausblick

Natürlich ist das erst einmal nur die grobe Beschreibung von Design Thinking. Die eigentliche Methode verfügt noch über eine ganze Palette an Werkzeugen für jede einzelne Phase. Dieser erste Blogbeitrag soll lediglich verdeutlichen, wo die Vorteile dieses Konzeptes liegen. Wenn Sie Interesse an diesem Thema haben, nutzen Sie gerne das Kontaktformular unten um mit uns in Verbindung zu treten. Unsere Experten freuen sich über Ihre Anfrage und beraten Sie gerne bei einem Erstgespräch.

In den nächsten Beiträgen werde ich dann auch noch näher auf die einzelnen Phasen und Werkzeuge dafür eingehen und erläutern, welche Methoden bei welcher Ausgangsituation am effizientesten angewendet werden können.

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