The Future Workplace

The Future Workplace

Trends sind in der IT oft sehr schnelllebig und alle paar Jahre kommt „the next big thing“. Seit einigen Jahren sind es Themen wie Agile, BI, Cloud, Internet of Things und als Evergreen, doch auch jetzt wieder brandaktuell, das Thema Homeoffice. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Viele Themen davon werden inzwischen unter dem Brand Modern Workplace, Arbeitsplatz der Zukunft, Digital Workplace oder ähnlich gebündelt. In diesem Beitrag möchte ich darauf eingehen, was darunter zu verstehen ist und was den Future Workplace auszeichnet. Ein kleines How-To für alle, die neu in diesem Thema sind und eine thematische Bündelung für alle, die noch nicht genau wissen, was hier alles zu finden ist. .

Was ist der Future Workplace?

Stellen wir als erstes die Frage, was der Future Workplace eigentlich ist. Tatsächlich handelt es sich nämlich nicht um ein Tool, eine Methode oder ein einzelnes Gerät. Vielmehr fasst es den Stand der Technik in einem Konzept zusammen und zeigt so, was in der Arbeitswelt von morgen gängig sein wird. Und natürlich bietet es Ansätze, wie man dieses Konzept bereits heute technisch realisieren kann. Das es damit nicht getan ist, darauf kommen wir später.

Egal ob Smartphone, Tablet oder Laptop. Die Optimierung der Cloud-Dienste ermöglicht es, dass für jedes Format die richtige Darstellung gewählt wird. Alles „Out of the box“ und ohne Anpassung des Systems nach Firmenvorgaben.

Cloud-Infrastruktur

Basis des Future Workplace sind hochskalierbare Serversysteme, die heute unter dem Begriff Cloud zusammengefasst werden. Dabei wird in verschiedene Bereiche unterschieden. Das gängigste System ist Software as a Service (SaaS). Wir kaufen also ein Tool und müssen uns um dessen Bereitstellung keine Gedanken machen. Berühmte Vertreter sind Microsoft Office 365 oder die Google Suite.

Social Media als klassische Ausprägung von Software as a Serivce. Schnell ein Video auf YouTube hochladen oder ein Foto auf Instragram? Die Cloud macht es möglich. Die Rechenleistung im Hintergrund spielt hier für den Nutzer keine Rolle mehr.

Neben SaaS gibt es noch das Platform as a Service (PaaS). Hier kaufen wir uns ein Serversystem, auf dem wir unsere eigene Applikation hosten können. Welche konkreten Server, Festplatten oder ähnliches im Hintergrund laufen, spielt für uns dabei keine Rolle. Typische Vertreter sind Hoster für Internet-Auftritte oder SharePoint Online.

Der Letzte der drei großen Systeme ist Infrastructure as a Service (IaaS). Hier geht es darum, dass man sich einen Server nicht mehr im eigenen Rechenzentrum stehen hat, sondern diesen bei einem Cloud Anbieter hostet. Die gesamte Verwaltung des Servers ab dem Betriebssystem liegt aber in der eigenen Hand. Auch die Konfiguration des Serversystems bestimmen wir. Beispiele sind Microsoft Azure oder Amazon Web Services, wo man sich eigene Serversysteme aufsetzen kann. Benötigt man neue Server, kann man diese auf Knopfdruck dazu bestellen.

Der erste Gedanke, wenn man an den Future Workplace denkt, ist das Arbeiten von überall. Das es damit nicht getan ist, dem Benutzer ein Smart Device in die Hand zu drücken, damit setzt sich dieser Beitrag auseinander.

Alle diese Dienste werden in der Regel Monatsweise abgerechnet und sind entweder über eine Pauschale oder nach Ausführungszeit abzurechnen. Das bietet den Vorteil, dass wir nur das zahlen müssen, was wir auch wirklich brauchen. Stellen wir fest, dass ein Dienst für uns nicht mehr notwendig ist, können wir ihn abschalten, ohne, dass weitere Kosten entstehen. Umgekehrt können wir z.B. einfach 10 neue Microsoft Office 365 Lizenzen bestellen, wenn neue Mitarbeiter anfangen. Die komplette M365 Infrastruktur wird anschließend automatisch bereitgestellt. Wir müssen hier keinen weiteren Speicherplatz, Softwarelizenzen oder ähnliches beschaffen.

Diese Flexibilität in den Ressourcen bildet das Grundgerüst für den modernen Arbeitsplatz, da es die Recheninfrastruktur vom eigenen Firmen-Campus in das Internet verlagert. Somit haben wir die Möglichkeit alle Cloud-Dienste von überall aus aufzurufen. Wir sind nicht mehr gezwungen in der Firma über den Firmen-PC auf die E-Mails zuzugreifen. Natürlich nur, wenn das auch so eingestellt ist. Aber dazu später mehr.

Smart Devices und Software

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Future Workplace sind natürlich die Arbeitsmittel. Konkret die Hardware, auf der unsere Mitarbeiter arbeiten. Im Privatleben sind Smartphones, Smartwatches und Smart-TVs längst üblich. Einmal mit unserer GMail-Adresse angemeldet, können wir Youtube-Videos auf dem Smartphone, auf dem Fernseher oder am Computer schauen. Und wenn wir vom PC auf das Smartphone wechseln, passiert das sogar lückenlos. Wir steigen genau an der Stelle im Video wieder ein, an der wir am anderen Gerät vorher aufgehört haben.

Firmensysteme sind da heutzutage häufig noch deutlich unflexibler. Ich kann in der Arbeit meine Präsentation auf meinem PC erstellen. Wenn ich dann diese halten will, muss ich die Präsentation zunächst auf das Netzlaufwerk verschieben, damit ich es vom Präsentation-PC im Meetingraum auch zur Verfügung habe. Wenn ich von Zuhause aus arbeiten will, geht das nur mit einem Firmen-Laptop mit eigenem Hardware-Token. Wehe, man vergisst eins von beiden. Aus dem Urlaub mal schnell eine Mail abrufen? Nur, wenn das Firmenhandy dabei ist und man ein VPN aufbaut.

Dank moderner Cloud-Systeme wie Office 365 können diese Themen künftig im Geschäft genauso einfach ablaufen wie im Privatleben. Mit Office 365 gibt es Beispielsweise das Laufwerk OneDrive auf dem PC. Alles, was wir in diesem „Ordner“ speichern ist auf jedem PC verfügbar. Vorausgesetzt natürlich, dass wir uns mit unserem Office 365-Account am PC anmelden. Die Synchronisation erfolgt unauffällig über die Cloud und mit Windows 10 geschieht dies auch nahtlos. Somit wird die Präsentation vom PC auch auf dem Smartphone verfügbar. Eine Mail aus der Firma abrufen? Kein Problem. Mit dem eigenen Office 365 Account kann man sich von jedem internetfähigen Gerät im Firmennetzwerk anmelden und die Mails in einem gesicherten System abrufen. Voraussetzung auch hier sind die entsprechenden Sicherheitseinstellungen, auf die wir später noch kommen werden.

Social Media als klassische Ausprägung von Software as a Serivce. Schnell ein Video auf YouTube hochladen oder ein Foto auf Instragram? Die Cloud macht es möglich. Die Rechenleistung im Hintergrund spielt hier für den Nutzer keine Rolle mehr.

Microsoft 365 Cloud

Gut, also können wir nun mit jedem System auf unsere Office 365 Umgebung zugreifen. An der Stelle könnte man stattdessen auch zum Beispiel die Google Suite nennen. Der Ansatz ist ähnlich. Wir wählen Office 365, weil es der weitreichendere, besser integrierte Ansatz ist. Streng genommen ist der Begriff auch bereits veraltet. Microsoft selbst spricht aktuell von Microsoft 365. Hintergrund ist eine weitere Bündelung seiner Funktionen. Aber vom Anfang an. Microsoft 365 zeichnet sich dadurch aus, dass ich alle Dienste innerhalb der Cloud mit nur einer einzigen Lizenz zur Verfügung habe. Welche Lizenz ich brauche, und was sie kostet, hängt dabei davon ab, wie viel ich nutzen möchte. Während kleine Unternehmen Stand August 2020 bereits mit 4,20 € pro User und Monat kalkulieren können, sind es bei größeren Mittelständlern bereits 10,50 € pro User und Monat. Welche Funktionen in den einzelnen Paketen sind, und welche Pakete aktuell von Microsoft zu welchen Preisen angeboten werden, können Sie gerne bei uns in einem persönlichen Gespräch erfahren.

Gemeinsam haben die Lizenzen, dass Sie den Zugriff auf die Microsoft 365 Welt eröffnen. Für diesen Blog werden alle Produkte, unabhängig der Lizenz, aufgezeigt, um einen guten Überblick zu bekommen. Natürlich dabei sind die Office Produkte Word, Excel und PowerPoint. Diese lassen sich sowohl im Web nutzen als auch über eine App auf dem Windows-/MacOS-System betreiben. Windows 10 ist ebenfalls Teil des Lizenzpaketes, wenn man es dazu bestellt. Dies ermöglicht uns, gerade in Konzernstrukturen, einen festen Basispreis für einen neuen Mitarbeiter zu kalkulieren.

Die Office Palette ändert sich regelmäßig. Nicht nur kommen neue Apps wie Kaizala hinzu, es verschwinden auch Apps, die sich nicht durchsetzen konnten. Zum Beispiel wurde die Video App in den letzten Jahren durch Stream verdrängt.

Weiter geht es mit Microsoft Teams, dem Kollaborationstool und Herzstück von M365. Wir kommen später noch einmal darauf zurück. Ein Firmennetzwerk wie Yammer, eine komplexe Such-Engine Delve, das Notizbuch OneNote, das Berichtstool Sway, die ToDo Liste, das Whiteboard zur Touch-Eingabe, das Adressbuch Personen, und so weiter und so fort. Wir wollen es hier gar nicht erschöpfen. Aber es gibt eine Unzahl spezieller Tools, die wir gerne direkt mit Ihnen besprechen und auf Ihren Bedarf abstimmen können.

Außerdem sind unter Microsoft 365 noch weitere, kostenpflichtige Programme wie Dynamics 365 oder Microsoft Project gebündelt, auf die wir in einem späteren Blogartikel separat eingehen können. Sie gehören nicht zum integralen Bestandteil des Future Workplace.

Wir merken aber hier bereits, dass unzählige kleine Helferchen direkt mit den modernen Office-Suiten mitgeliefert werden. Alle Funktionen sind nicht nur auf dem Firmen-PC, sondern auf nahezu jedem internetfähigen Endgerät verfügbar. Na gut, Smartwatches vielleicht einmal ausgenommen. Die Google Suite verhält sich hier ähnlich, ist jedoch noch nicht so umfassend. Doch die Kernfunktionalitäten des Office-Alltags werden auch dort bereits abgedeckt.

Automatisierung

Interessant wird es noch einmal bei der so genannten Power Plattform. Sie enthält die Möglichkeit eigene Formulare zu erstellen, eigene Arbeitsprozesse in Workflows zu gießen und komplexe Business Intelligence Funktionen zu mächtigen Reports zu kombinieren. Die Power Plattform stellt damit den nächsten Punkt des Future Workplace dar. Sie ermöglicht es uns, wiederkehrende Prozesse wie einen Urlaubsantrag oder ein Mitarbeiter-Onboarding weitestgehend zu automatisieren. Niemand muss mehr mit einem Zettel durch die Büros laufen, sondern die erstellte Applikation ermittelt automatisch den Resturlaub des Mitarbeiters anhand seiner Betriebszugehörigkeit und seinem Arbeitsvertrag. Davon abgezogen wird der bereits genommene Urlaub und schließlich wird der Urlaub, bei Bedarf, auch noch mit anderen Kollegen abgeglichen. Ist der Urlaubsantrag dann vorqualifiziert, kommt er automatisch zum Genehmiger und dieser kann mit einem Klick den Antrag freigeben. Ein Prozess, der übrigens auch im komplexen Schichtdienst funktioniert.

Die PowerPlattform stellt extrem viele Funktionalitäten zum Reporting und zur Automatisierung bereit. Über die Connectors können auch Tools angebunden werden, die man nicht direkt auf dem Schirm hat. Hier beispielsweise Azure DevOps.

Social Collaboration

Kommen wir zum nächsten Themenschwerpunkt eines modernen Arbeitsplatzes. Die Kollaborationsfunktionalitäten. Wir sind in einem anderen Blog bereits darauf eingegangen, dass es 3 verschiedene Formen der Kollaboration gibt. Das Intranet, der teaminterne Austausch und der lockere Austausch wie in der Kantine oder in der Teeküche. Für diese Funktionalitäten stellt auch Microsoft 365 entsprechende Tools bereit. Das Intranet wird klassisch über SharePoint abgebildet, auch wenn es dafür noch mehr Optionen gibt. Die Gespräche der Teeküche findet in Yammer statt. Teams wiederrum bildet den gesamten Team- und Projektgedanken ab. Alle drei Aspekte sind für einen modernen Arbeitsplatz hochrelevant. Vor allem, da künftig immer weniger Arbeit direkt im Büro stattfindet, sondern aus dem Homeoffice. Entsprechend muss es dennoch möglich sein sich auf verschiedenen Ebenen zu unterhalten. Natürlich gibt es dann auch noch das 4-Augen Gespräch. Auch das wird über Teams abgebildet.

Doch Teams ist weit mehr als nur die Projektkommunikation. Aktuell wird Teams von Microsoft immer weiter ausgebaut und entwickelt sich somit zum zentralen Dashboard des Arbeitsalltags. Neben seinen eigentlichen Team- und Projekträumen lassen sich nun auch weitere Applikationen einbinden. So kann man sich beispielsweise über den Planner den Tag organisieren. Ein Kanban Board stellt alle Aufgaben übersichtlich da. Das funktioniert in jedem einzelnen Teamraum und soll mit dem nächsten Update auch als zentrale Übersicht verfügbar werden. Dann kann man alle seine Aufgaben aus allen Projekten und Teams an einer zentralen Stelle sehen.

Chatten, Applikationen, Reporting, Dokumentenbearbeitung und vieles mehr. Aktuell geht der Weg von Teams stark Richtung zentrales Arbeitscockpit für den Arbeitsalltag. Der Gedanke erinnert stark an Lotus Notes im modernen Gewand.

Intranet-Nachrichten können ebenfalls bereits heute auch über Teams abgebildet werden. In einem zentralen Dashboard werden dann über einen Redaktions-Flow alle Nachrichten angezeigt, die sonst im Intranet vorhanden waren. Auch Links auf externe Inhalte oder Apps wie das Wetter lassen sich inzwischen einbinden.

Mit dem nächsten Update wird auch das Netzwerk-Kommunikationsmedium Yammer seinen Weg in Teams finden und gibt einen Überblick über alle Inhalte, die in öffentlichen Bereichen publiziert werden.

Somit bildet Teams im Microsoft 365 das ab, was man in der wirklichen Welt als Campus bezeichnen würde. Wir haben den Eingangsbereich (Intranet) mit zentralen Diensten und publizierten Inhalten. Wir haben unsere Projektbüros (Teamräume), in denen hinter verschlossener Tür über vertrauliche Themen gesprochen wird. Und wir haben die zentrale Kantine und die Teeküchen (Yammer-Kanäle), in denen locker geplaudert werden kann. Wird die Social Collaboration so gelebt, ergibt sich eine starke Überschneidung mit der wirklichen Welt, die den Wechsel in die Cloud für die Mitarbeiter einfacher gestaltet. Ich kann mal eben schnell in meinem Projektbüro vorbeischauen und ein wichtiges Dokument abgeben. Anschließend gehe ich kurz noch auf einen Schwatz in die Kaffeeküche und nach ein paar Minuten bin ich wieder am Strand und mache meinen Urlaub weiter.

Aber ist das alles nicht eine noch stärkere Vermischung zwischen Arbeitswelt und Privatleben? Ja. Doch das ist in diesem Fall auch erwünscht. Der Mitarbeiter ist in der Regel bereit, abends noch einmal schnell eine wichtige E-Mail zu beantworten. Oder auch während seinem Urlaub eine halbe Stunde in ein Meeting zu gehen. Wichtig ist hier, dass die Hürde für solche Tätigkeiten möglichst gering ist. Und natürlich bildet all das nur die technische Machbarkeit ab. Es wird zu den Herausforderungen eines jeden Unternehmens gehören, wie man zukünftig mit solchen Themen umgeht. Aber auf dieses Thema kommen wir gleich noch einmal zurück.

Security!

So, kommen wir nun zum verletzten Baustein unseres modernen Arbeitsplatzes. Ich habe meine Leser während der oben Kapitel schon innerlich stöhnen hören. Alles immer und überall verfügbar? Auf meinem Firmen-Laptop genauso wie auf dem Billig-Smartphone aus China oder dem Computer-Café in Kuba? Wie soll das denn bitte schön mit dem Aspekt der Sicherheit vereinbar sein? Darauf kommen wir jetzt zu sprechen. Denn aus meiner Sicht wurde dieser Aspekt in Microsoft 365 sehr elegant gelöst.

Der wichtigste Baustein für die Unternehmenssicherheit ist hier das SCCM System. Eine Geräteverwaltung, mit der Policies für alle Geräte festgelegt werden können. Auch für die „Bring Your Own Device“-Strategie gibt es hier die Möglichkeit einen Mindeststandard vorzugeben. Beispielsweise eine bestimmte iOS oder Android Version und einen Patch-Stand der nicht älter als 2 Monate ist. Für Firmengeräte geht diese Verwaltung noch wesentlich weiter und man kann auch einen eigenen Softwarekatalog anbieten, von dem die Mitarbeiter installieren. So kann verhindert werden, dass weitere Software aus dem Internet geladen wird, die nicht durch die eigene IT-Abteilung geprüft wurde. Auch lassen sich hier bestimmte Versionen einrichten, die auf den Geräten implementiert werden.

Microsoft schafft mit mächtigen Tools den Spagat zwischen Mobilität und Sicherheit wie kein anderes Unternehmen im aktuellen Kontext. Dabei wird Sicherheit nicht nur auf das Gerät, sondern für das gesamte Umfeld begriffen.

Für firmenfremde Geräte wie das eigene Smartphone bietet M365 die Möglichkeit, dass man alle Firmendaten in einem gekapselten System laufen lässt. In diesem Fall werden die M365 Apps auf dem Smartphone mit eigenem Speicherplatz angelegt und dieser wird verschlüsselt. Werden die Systeme nun beispielsweise gestohlen, ist ohne eine Authentifizierung an der M365-App kein beikommen, da die Daten verschlüsselt auf dem Smartphone liegen.

Die Authentifizierung selbst kann auch als Mehrfaktor-Authentifizierung geschehen. Typische Beispiele sind ein Passwort und ein Fingerabdruck. Oder auch eine Passphrase, die an ein weiteres Gerät gesendet wird. Der Fingerabdruck bietet sich hier an, da er eine Sicherheit bietet, die nicht kopiert werden kann. Die Authentifizierungsform lässt sich zusätzlich noch nach verschiedenen Aspekten steuern. Bspw. Kann man festlegen, dass der zweite Faktor nur außerhalb des Firmen W-LANs notwendig ist. Oder man kann definieren, dass Nicht-Firmen Geräte immer eine Passphrase benötigen, die auf das Firmentelefon gesendet wird.

Auf diese Weise ist dann auch verhindert, dass der Computer in Kuba zum Problem wird. Der Browser, mit dem die Daten abgerufen werden sollen, verlangt zunächst einen zweiten Faktor. Dieser wird bspw. Über das Smartphone bestätigt. Anschließend wird innerhalb des Browsers ein Sandbox-Bereich angelegt, in dem alle temporären Daten verschlüsselt abgelegt werden. Über die Geolocation wird ermittelt, dass der Zugriff aus einem unsicheren Herkunftsland erfolgt. Daher wird über eine entsprechende Policy der Download von Daten auf den PC unterbunden. Es ist möglich verschlüsselt direkt mit den Online-Tools, wie Word Online, Dokumente zu bearbeiten. Doch die Informationen verlassen nie das eigene Netzwerk.

Interessant sind auch die Premium-Sicherheitsfeatures. So kann ab einer bestimmten Lizenzversion auch unterbunden werden, dass Daten aus dem eigenen Netzwerk in fremde Cloud-Dienste wie Google Drive oder Dropbox hochgeladen werden. Hier wird besonders bei sicherheitskritischen Bereichen der Abfluss von Informationen verhindert.

Eine weitere interessante Option ist ein simulierter Phishing Angriff. Hierbei wird von einer gefälschten Adresse aus M365 eine Nachricht an alle Mitarbeiter im Unternehmen oder gezielte Bereiche versendet. Diese Mail enthält einen Anhang, der relevant erscheint. Klickt ein Mitarbeiter nun auf diesen Anhang, um ihn zu öffnen, wird dieser Zugriff von M365 erfasst. Dieser Mitarbeiter hätte auch einen gefährlichen Virus aus dem Netz auf dem eigenen PC verbreitet. Somit kann man über diese Maßnahme gezielt Weiterbildungen für Mitarbeiter anbieten, die sich dieser Gefahr bisher nicht bewusst sind.

Als letztes Sicherheitsfeature, was ich hier erwähnen möchte, sei der Verschlüsselungsschutz erwähnt. Sollte ein Mitarbeiter dennoch einen Verschlüsselungstrojaner aktiviert haben, erkennt eine Funktion aus Windows dieses atypische Verhalten und blockiert den Prozess, bevor er allzu viel Schaden anrichten kann. Auch der Ausbreitung im eigenen Netzwerk wird dann ein Riegel vorgeschoben. Somit wird der Schaden auf das eigene System begrenzt und möglichst gering gehalten. Meist sind so nur ein paar Daten wirklich verschlüsselt.

Change Management und Evergreen

Bisher waren alle Aspekte, die wir angesprochen haben, vorrangig technischer Natur. Doch die größte Herausforderung für die Unternehmen liegt woanders. Was bringt es schließlich, wenn man in der Garage einen 500 PS Sportwagen stehen hat und man besitzt gar keinen Führerschein? Und um den Erwerb des sprichwörtlichen Führerscheins geht es auch beim Thema Change Management für Future Workplace. Die Beratungsagenturen und Prospekte für den Arbeitsplatz der Zukunft berücksichtigen selten den Faktor Mensch. Doch er ist es, der die ganze Maschinerie später bedienen soll. Und nicht jeder kommt aus der Generation der Digital Natives und ist den Umgang mit dieser Technik gewöhnt. Streamen auf dem Fernseher? Ich habe noch einen Röhrenfernseher! Solange der funktioniert brauche ich nichts anderes. Smartphone? Ja, hauptsächlich, damit mir meine Enkel schreiben können. Auch die Generation 50+ ist Teil des Arbeitslebens und nicht immer vertraut mit modernster Technologie. Was nicht bedeutet, dass sie es nicht bedienen können. Sie haben sich vielmehr noch nie intensiv damit beschäftigt. Setzt man ihnen nun einfach ein neues System vor die Nase, wissen sie dann nicht, was sie damit machen sollen. Dann werden Work-Arounds gesucht, um die alte Arbeitsweise beizubehalten und die Vorteile der modernen Arbeitswelt verschenkt.

Genau an diesem Punkt dreht sich der Bereich Change Management. In einem anderen Artikel sind wir bereits detaillierter darauf eingegangen, wie man seine Nutzer bei einzelnen Produkten auf die Reise mitnehmen kann.

Doch bei der Einführung des Future Workplace ist die Sache komplexer. Mit dem Gang in die Cloud entscheidet sich ein Unternehmen auch dafür die Verteilung von Updates an den Anbieter abzutreten. Neue Features werden ausgerollt, wenn sie in Microsoft 365 verfügbar sind. Nun könnte der Administrator das Feature komplett abschalten, aber auch das geht nicht immer. Zum Beispiel bekommt Teams demnächst ein neues Update. Soll man nun Teams komplett deaktivieren, nur weil ein Feature unbequem ist? Ehr nicht. Wir brauchen also einen permanenten Änderungsprozess. Der Wandel als Konstante.

Damit so etwas funktionieren kann, prüfen wir regelmäßig die Update-Ankündigungen der Anbieter und erstellen spezielle Lerninhalte für die neuen Applikationen und Strukturen. Ein neues Menü für Outlook kommt auf den Markt? Dann sollten die Mitarbeiter bereits im Vorfeld darüber informiert werden, was sich künftig ändert. Mit gezielten Newslettern und Trainingsangeboten wird ihnen der Schritt erleichtert. Vor allem dann, wenn es ein komplett neues Feature ist. Diese Arbeit gehört nicht in den klassischen Projektalltag, sondern wird als Teil des Betriebs realisiert. Wir sprechen hier vom so genannten Evergreen Ansatz, auf den wir in einem späteren Artikel noch detailliert eingehen wollen.

Klassische Einführungsveranstaltungen geben einen guten Startschuss und schaffen ein wir-Gefühl. Doch im kontinuierlichen Änderungsprozess werden andere Methoden und eine besondere Aufmerksamkeit benötigt.

Fazit

Die IT-Welt hat schon viele Trends kommen und gehen sehen. Mal wandert die Anwendung auf den Server, dann wieder auf den Client. Agiles Arbeiten ist heute in Projekten nicht mehr wegzudenken. Und doch handelt es sich bei dem Future Workplace nicht um einen einfachen Trend. Vielmehr ist es eine ähnliche Herausforderung wie der Wechsel von der Schreibmaschine zum Computer. Es müssen komplett neue Verhaltensweisen erlernt werden. Die Trennung zwischen Privat- und Arbeitsleben wird immer mehr verschwinden. Administratoren begreifen ihre Rolle neu. Weg von der Wartung von Hard- und Software, hin zum Change Management Experten. Die Technik steht nicht länger im Mittelpunkt in dieser modernen Arbeitswelt, sondern kann auf Knopfdruck bestellt werden. Aber das bewirkt auch, dass die Updatezyklen nicht mehr alle 5 Jahre stattfinden, sondern jedes halbe Jahr neue Features kommen. Damit dies nicht in einem heillosen Chaos ausartet, müssen die eigenen Mitarbeiter geschult und auf diese neue Welt vorbereitet werden. Und auch nachdem die Einführung abgeschlossen ist, hört dieser Prozess nicht auf.

Belohnt werden wir dafür mit mehr Flexibilität in allen Bereichen. Ein Dokument aus der Firma im Homeoffice fertigstellen? Na klar. Sogar am eigenen PC. Mit Kollegen sozial austauschen, obwohl diese in den USA sind? Warum nicht. Ein Klick auf der Plattform genügt. Eine neue Technologie im gesamten Unternehmen ausrollen? Die Freischaltung in den Einstellungen macht es möglich.

Der Future Workplace macht die Kosten für das Unternehmen transparenter, die Erweiterung flexibler und die Möglichkeiten vielfältiger. Doch damit aus der Idee des modernen Arbeitens kein endloser Sumpf an Problemen entsteht, müssen die menschliche und technische Entwicklung Hand in Hand gehen.

Gerne beraten wir Sie zu diesen Themen. Sprechen Sie einfach unsere Experten an und vereinbaren Sie einen ersten Workshop Termin.

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